Heftiger Bahnunfall in Kroatien blockiert Mittelmeerkorridor bei Rijeka

Heftiger Bahnunfall in Kroatien blockiert Mittelmeerkorridor bei Rijeka

Am 11. Dezember 2023, entgleiste um 8:49 Uhr ein Güterzug der Gesellschaft Rail Cargo Carrier – Croatia (RCC) auf einer eingleisigen Strecke zwischen den Bahnhöfen Meja und Škrljevo. Er kollidierte mit einem Triebwagen der kroatischen Eisenbahninfrastrukturgesellschaft (HŽ Infrastruktura). Der Verkehr auf dieser Bahnstrecke des Mittelmeerkorridors bis zum Hafen Rijeka ist vollständig eingestellt, bis die Untersuchung abgeschlossen ist und Gleise geräumt und repariert sind. Der Personenverkehr wurde durch Busse ersetzt. Die Reparatur der Strecke kann längere Zeit in Anspruch nehmen.

Der 19 Waggons umfassende Güterzug transportierte Getreide, das jetzt auf den Gleisen verstreut liegt. Der RCC-Zug war in Richtung Rijeka unterwegs. Aus bisher unbekannten Gründen überfuhr der Zug den obligatorischen Halt im Bahnhof Meja. Die Mitarbeiter von HŽ Infrastruktura und der Bahn benachrichtigten umgehend ihre Kollegen, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Bahnabschnitt nach Škrljevo befanden. So hatten diese Zeit, ihr Fahrzeug vor dem Unfall auf der Strecke zu lassen. Durch den Vorfall wurden die zwei Lokomotiven der Rail Cargo Group, eine Vectron- und eine Taurus-Lokomotive, schwer beschädigt. Das Fahrzeug der HŽ Infrastruktura entgleiste vollständig.

Die Unfallstelle. Photos Sindikat prometnika vlakova Hrvatske (3)
Der entgleiste Wagen zur Streckenunterhaltung.

Am 12.Dezember 2023 war die Inspektion der Absturzstelle abgeschlossen. Die wahrscheinliche Ursache des Unfalls ist ein Bremsversagen am Güterzug. Doch das wurde bisher nicht offiziell bestätigt. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, ob die Ursache ein technischer oder ein menschlicher Faktor ist. Wir geben den Inspektoren Zeit, die Untersuchung abzuschließen und werden die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren“, sagte Stipe Barišić, Leiter des Nahverkehrssektors bei der kroatischen Eisenbahninfrastruktur.

BEREITS IM SEPTEMBER 2023 GAB ES EINEN SCHWEREN BAHNUNFALL

Das war nicht der erste schwere Bahnunfall in Kroatien in diesem Jahr. Am 9. September 2023 fuhr gegen 21:30 Uhr auf der Strecke von Vinkovci zwischen den Bahnhöfen Okučani und Novska der Personenzug Nr. 2506 auf einem Güterzug. Drei Menschen starben, elf wurden verletzt. Der Personenzug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h auf den stehenden Güterzug.

SEIT NOVEMBER 2023 MAERSK-VERBINDUNG RIJEKA-ENNS (ÖSTERREICH)  

Unterbrochen ist durch den Bahnunfall derzeit die Zugverbindung, die Maersk erst einen Monat früher zwischen der österreichischen Stadt Enns und dem kroatischen Hafen Rijeka eingeführt hatte. Am 11. November verließ der erste Zug zum Container Terminal Enns (CTE) das Adriatic Gate Container Terminal (AGCT). Der Ganzzug wird von Maersk Line betrieben, wobei ČD Cargo Adria den Schienenverkehr übernimmt.

Zugstart vom Adria-Terminal nach Enns: die Mitarbeiter*innen der Maersk-Projektgruppe. Photo Maersk

Emmanuel Papagiannakis, Vorstandsvorsitzender von AGCT, kommentierte: „Zum ersten Mal können große österreichische Verlader direkt per Bahn mit AGCT Rijeka verbunden werden, was eine wertvolle Alternativroute mit zuverlässigen Transitzeiten darstellt.Wir glauben, dass das Produkt durch die Zusammenarbeit aller Partner, darunter Maersk, ČD Cargo und CTE Enns, erfolgreich bleiben und mehr Verlader anziehen wird.“

Die österreichische Verbindung erweitert die regelmäßigen wöchentlichen Ganzzüge, die bereits Serbien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina umfassen. 2022 hatte Maersk auch eine regelmäßige Zugverbindung zwischen Rijeka über das Adriatic Gate Container Terminal (AGCT) und Paskov in der Tschechischen Republik eingerichtet, als Verlängerung der Züge nach Ungarn und weiter in die Slowakei.

Der Schienenverkehr wird von ČD Cargo Adria betrieben, einer Tochtergesellschaft des tschechischen Güterverkehrsbetreibers ČD Cargo. Das ist der größte Schienentransportanbieter in der Tschechischen Republik und einer der größten Bahnbetreiber auf dem Transeuropäischen Netzkorridor mit Aktivitäten in der Slowakei, Deutschland, Österreich, Polen, Serbien, Bosnien-Herzegowina und auch Kroatien. hfs

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